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  • AutorenbildLydia H.

Warum dein Kram dich viel mehr als nur Geld kostet.

Im Januar 2020 begann ich, meine Wohnung zu entrümpeln. Kaum hatte ich den ersten der berühmt-berüchtigten Berge nach der KonMari-Methode (TM) gebildet, bin ich völlig geschockt in Tränen ausgebrochen: So viele Kleidungsstücke und Accessoires, von denen ich nicht mal mehr wusste, dass ich sie überhaupt besitze. Teilweise sogar noch mit Schildchen dran. Was für eine Verschwendung!


Wer hat schon gerne dieses Gefühl, Geld verschwendet zu haben - von den Ressourcen mal ganz abgesehen. Aber ist das wirklich alles? Oder kostet dein Kram dich nicht eigentlich noch viel mehr?


Es ist ja schon schwer genug, etwas gehen zu lassen, für das wir Geld bezahlt haben. Vielleicht haben wir es auch geschenkt bekommen und wollen den oder die Schenkende nicht enttäuschen, indem wir uns undankbarerweise von dem Geschenk trennen. Aber die Wahrheit ist doch, dass derjenige oder diejenige dir mit dem Geschenk keine Last auferlegen will, die dich runter zieht, sondern dir eine Freude machen möchte.


Wenn ich bedenke, wieviel Zeit ich damit verbracht habe, mich um die Dinge zu kümmern, mit denen meine Wohnung gefüllt war, dann hat mich der Krempel wahnsinnig viel gekostet: Zeit, in der ich meinen Kopf hätte frei haben können, Freunde treffen oder Zeit mit meiner Familie hätte verbringen können. Mit Teilen der Familie, von denen viele mittlerweile schon gar nicht mehr hier sind, zum Beispiel. Ja, zum Leben gehört auch das Gehen-lassen. Und genau darum geht es. Dinge in Dankbarkeit gehen lassen.


Die ganze Kleidung, die ich für mein Fantasie-Ich gekauft habe, weil ich dachte, ich fühle mich besser und selbstbewusster oder bin durch Markenkleidung und -Accessoires mehr wert. Spoiler: Stimmt nicht. ;) Sie haben mich jede Menge Selbstbewusstsein gekostet. Sie waren zu klein. Aber hey, die 5 Kilo nehme ich ab. Oder zu lang - kein Problem, für weitere 15 € kümmert sich darum der Schneider... und so füllt sich ein Zuhause schneller, als man schauen kann. Überall ist Zeug. Hier siehst du etwas auf Instagram und wenn du das kaufst, siehst du dem Model ähnlich. Ihr steht es, also steht es mir ja auch. Damit kann ich dann Menschen beeindrucken, die ich nicht mal mag und die sehen dann, wid gut mein Geschmack ist, was ich mir leisten kann und wie erfolgreich ich bin. Und da habe ich dann noch mal schnell was bei Amazon gekauft. Das kann man immer mal gebrauchen, nur für den Fall... Irgendwo findet sich dafür schon noch ein Platz. Vielleicht beim Sportequipment im Keller, das keiner benutzt.


Und wenn du das, was du da grade "nur für den Fall" mal gekauft hast, dann irgendwann brauchst, findest du es nicht mehr, weil du es irgendwo hin gestopft hast, wo noch Platz war. Und deshalb kaufst du es dann nochmal. Und damit das künftig nicht nochmal passiert, kaufst du dann einfach ein paar Organizing-Boxen und bringst noch mehr Zeug heim, um das Problem, dass du zu viele Sachen hast, zu lösen. Im schlimmsten Fall mietest du einen Abstellraum.


Gott bewahre, es kündigt sich Besuch an! Diesen Kreis können wir nur durchbrechen, wenn wir systematisch aufräumen und entscheiden, was wir gehen lassen und was uns so glücklich macht, dass wir es behalten wollen. Was hat einen Platz und unsere Zeit, uns damit zu beschäftigen, es in Ordnung zu halten und zu schätzen zu wissen verdient? Nur das bleibt. Und wie du ohne Überforderung damit anfangen kannst, auch wenn du nicht viel Zeit hast und eigentlich alle Dinge behalten möchtest, darüber berichte ich in meinem nächsten Blog-Post.


Ich freue mich, wenn du dann wieder dabei bist!


In Dankbarkeit,

Deine Lydia





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